Seite 59
Seite 61
Seite 60
Abu Ghraib ist nicht der erste Fall, bei dem das Medium Fotografie als Folter
verwendet wurde. „Erinnerungsbildchen“ von den zutiefst erniedrigenden
Behandlungen zu knipsen heißt die Schamlosigkeiten ins Unerträgliche zu
steigern.
Andererseits konnten wir nur durch diese Bilder von den Zuständen in den
Gefängnissen unserer US-amerikanischen Freunde Kenntnis erhalten. Mit
Worten ist das nicht zu schildern.

Um diesen Bildern ihre ursprüngliche Absicht - Menschen zu quälen - zu entwinden,
sind diese diese Holzschnitte entstanden.  Durch die Reduktion auf das Wesentliche
sollen sie den Betrachter davor bewahren, sich an die Bilder und damit an das
Niederträchtige zu gewöhnen und schulterzuckend zur Tagesordnung überzugehen.

Wenn das gelingen sollte, so hätten die Urheber der Aufnahmen unfreiwillig zu diesem
Protest ihren Beitrag geleistet, einem Protest, der sich gegen jede Form von Folter richtet

J.Ch.  
home